Backtesting
Stichprobengröße im Trading: Backtests belastbar einordnen
Warum die Anzahl dokumentierter Trades allein nicht genügt und wie Stichproben im Backtest sinnvoll verglichen werden.
Eine Stichprobe ist die Menge der Trades oder Beobachtungen, auf die sich eine Auswertung bezieht. Sie entscheidet nicht allein über die Qualität eines Backtests, macht aber sichtbar, wie vorsichtig ein Muster interpretiert werden sollte.
Mehr Trades sind nicht automatisch mehr Aussagekraft
Viele nahezu gleiche Trades aus derselben kurzen Marktphase können ein Ergebnis präziser aussehen lassen, ohne andere Bedingungen abzudecken. Neben der Anzahl zählen Instrument, Zeitraum, Marktphasen, Kostenannahmen und die Frage, ob die Regeln vor der Auswertung feststanden.
Stichprobe und Strategieversion zusammen lesen
Vergleiche nur Tests, deren Regeln und Annahmen nachvollziehbar dokumentiert sind. Wenn sich Entry, Exit oder Risikologik ändern, ist das eine neue Strategieversion – nicht bloß ein weiterer Datenpunkt derselben Stichprobe.
Praktische Fragen für die Auswertung
- Über welche Zeiträume und Marktbedingungen verteilen sich die Trades?
- Welche Kosten und Slippage-Annahmen gelten?
- Wurde die Regel vor dem Test formuliert?
- Bleibt das Bild bei einer getrennten, späteren Prüfung ähnlich?
Die CME-Group-Unterlage zu Backtesting und Mehrfachtests erläutert, warum wiederholtes Suchen nach guten historischen Ergebnissen zu überoptimistischen Schlussfolgerungen führen kann. Ergänzend: Trading-Kennzahlen und Grenzen des Backtestings.
